Banksy. Kaum ein Name ist stärker mit Graffiti verbunden. Und kaum ein Pseudonym sorgt für mehr Spekulationen. Sein erstes Wandbild, das den Grundstein für seine weltweite Berühmtheit legte, war das „Balloon Girl“, das Banksy im Jahr 2002 im Osten Londons an ein Geschäftslokal sprühte. Seither hat er Hunderte, wenn nicht Tausende weitere Kunstwerke geschaffen, die vor allem eines gemeinsam haben: Sie sind vergänglich. Denn die meisten von ihnen wurden bald wieder entfernt. „Wenn Sie an all die Orte in all den verschiedenen Ländern reisen würden, in denen Banksy aktiv war, dann würden Sie meistens vor gereinigten, übermalten oder abgerissenen Wänden stehen“, sagt Virginia Jean, die Kuratorin der Ausstellung „House of Banksy“, die derzeit in der Wiener Metastadt zu sehen ist.
Hier sind rund 150 Motive zu sehen, die laut Jean zu geschätzten 98 Prozent nicht mehr öffentlich zugänglich sind. Dank Social Media und Internet gibt es aber von so ziemlich jedem Banksy-Bild etliche Fotos aus den verschiedensten Blickwinkeln. „Und zum Glück arbeitet Banksy mit Schablonen, das macht das Kopieren leichter. Deshalb sind auch Anfang der 2000er-Jahre so viele Fälschungen auf den Markt gekommen. Der Vorteil für ihn selbst ist natürlich, dass durch die Schablonen der größte Teil seiner Arbeit im Atelier stattfinden kann und er sich immer nur sehr kurz vor Ort aufhalten muss. Das hilft ihm, die Anonymität zu wahren.“
Man kennt seinen echten Namen – aber wozu?
Wobei: Ganz so anonym ist Banksy eigentlich gar nicht mehr. Zumindest wurde im März 2026 von drei Reuters-Journalisten vermeldet, sie hätten seinen echten Namen herausgefunden: Es handle sich um den 1973 in Bristol geborenen Robin Gunningham, der sich aktuell allerdings David Jones nenne – dabei handelt es sich um den bürgerlichen Namen des Weltstars David Bowie. Laut Reuters soll auch Banksy einen Bezug zur Musik haben und aus dem Umfeld der politisch kodierten Trip-Hop-Band Massive Attack stammen. Was folgte, war eine intensive Debatte in den Medien und unter Fans, was – abgesehen von der Möglichkeit für Behörden, ihn nun strafrechtlich wegen der Bemalung von Gebäuden zu verfolgen – diese Enthüllung eigentlich bringen sollte, außer dass ein Mythos zerstört würde.
In „House of Banksy“ haben derlei Profanitäten gar keinen Platz. Hier wird der Mythos des seit zweieinhalb Jahrzehnten anonym agierenden Graffiti-Masterminds gehegt und gepflegt.
Bestenfalls legt Kuratorin Jean beim gemeinsamen Rundgang ein paar Brotkrumen aus, wenn sie zum Beispiel darauf hinweist, dass das Bild „Kill Mom?“ ein Selbstporträt zeigt. Und sie betont: „Es geht hier nicht nur um Marketing und darum, dass Banksys Anonymität ihn besonders interessant macht als Mystery Man, als bekanntesten Unbekannten. Sondern es geht hier wirklich um Leben und Tod. Denn Banksy hat in sehr, sehr vielen Ländern Botschaften gesprüht, und in mehreren, sagen wir, politisch schwierigen Ländern müsste er dafür nicht nur eine Nacht im Gefängnis verbringen oder eine Geldstrafe bezahlen, sondern er könnte tatsächlich hingerichtet werden.“ Denn Banksy geht auch dorthin, wo es gefährlich ist. Zum Beispiel in die Ukraine – wo ihm Reuters anhand von Einreisedokumenten auf die Spur kam.
In jeder Stadt wird alles komplett neu geschaffen
Banksy-Expertin Jean ficht das alles aber nicht an. Wenn man sie fragt, ob sie den Künstler jemals selbst getroffen hat, antwortet sie: „Nicht einmal das darf ich verraten.“ Ins Bild passt jedenfalls, dass ihre Wanderausstellung den Untertitel „Unauthorized Exhibition“ trägt. Schließlich kann jemand, der völlig anonym im Verborgenen bleibt, nicht seinen offiziellen Segen zu einer Werkschau geben. „House of Banksy“ folgt jedenfalls dem Prinzip seines Kunstschaffens: Rund 30 Personen – Jean spricht von „meinen Baujungs und Street-Artists“ – errichten in jeder Stadt, in die sie kommen, eine jeweils völlig neue Banksy-Landschaft.
Nicht nur alle Wände werden komplett neu aufgebaut, sondern die rund zehn Künstler*innen schaffen auch jedes Mal völlig neue Bilder. Ein wahnsinniger Aufwand, den Jean und ihr Team hier betreiben mit dem Ziel, jede Ausstellung völlig individuell und genauso vergänglich zu machen, wie es Banksys Bilder sind – wenn diese nicht auf die eine oder andere Art konserviert wurden, was immer öfter der Fall ist. Schließlich kann der Wert eines echten Banksys in die Millionen gehen.
Die Kommerzialisierung von Street-Art
Spannend ist in diesem Zusammenhang die Frage: Wem gehört Kunst, die an eine fremde Hauswand gesprüht wurde? Und ist es überhaupt Kunst oder nicht doch bloßer Vandalismus? Die Scherereien der meisten Betroffenen drehen sich allerdings nicht darum, dass ihr Eigenheim verunstaltet wurde, sondern eher um einen möglichen unerwünschten Ansturm von Fans, die dann ihr Haus belagern. Oder sie bekommen Anfragen von Firmen, die auf die Entfernung von Banksy-Gemälden spezialisiert sind und den Besitzer*innen ein kleines Vermögen bezahlen, um dann damit ein großes Vermögen zu machen. Umgekehrt ist es schon passiert, dass in betroffenen Häusern plötzlich die Mieten erhöht wurden mit dem Argument, man wohne ja jetzt in einem Banksy-Haus.
Genau diese Verwertung und damit die Kommerzialisierung von Straßenkunst wird Banksy immer häufiger vorgeworfen. Aus Jeans Sicht ist sowohl die Kritik legitim als auch die Tatsache, dass der Künstler die Vermarktung seiner Kunst in Kauf nimmt. Weil er sehr oft nicht bloß schöne Kunst schafft, sondern wichtige Botschaften verbreitet.
Wie ein Wandbild ein Stahlwerk grüner machte
Eines der schönsten Beispiele dafür ist für die gebürtige Britin jenes Wandbild, das Banksy kurz vor Weihnachten 2018 an zwei Seiten der Garage eines Stahlarbeiters in Port Talbot in Wales sprühte. Die eine Seite zeigt das später „Season’s Greetings“ genannte Graffito: einen kleinen Buben, der mit ausgebreiteten Armen und herausgestreckter Zunge Schneeflocken auffängt.
„Wenn man aber um die Ecke schaut, dann erkennt man, dass es in Wahrheit Ascheregen ist, der von einer brennenden Tonne stammt“, erläutert Jean. Die Tonne ist eindeutig ein Synonym für das örtliche Stahlwerk, das – gegen jede Regel – die Luft verpestete. „Und wir reden hier wirklich von einer Luftverschmutzung, die so extrem war, dass ein weiß gestrichenes Haus binnen weniger Wochen eine braune Fassade hatte. Die Menschen hatten Atemprobleme, Kinder wurden krank. Aber es wurde nichts unternommen, denn das Stahlwerk sorgte für jede Menge Geld, Politiker*innen waren damit eng verstrickt, deswegen interessierte das niemanden“, schildert Jean die Situation in dem kleinen Städtchen.
Doch dann tauchte plötzlich dieses Banksy-Bild auf – und damit rückten das Stahlwerk und seine Anrainer*innen in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Journalist*innen stellten unangenehme Fragen, die Politik wurde zum Handeln gezwungen, und im Stahlwerk mussten Luftfilter eingebaut werden. „Das ist Banksys Superpower“, sagt Jean. „Er schafft es als einzelner Mann, solche Aufmerksamkeit zu generieren. Ein einziges Wandbild eines anonymen Künstlers hat das Leben von Tausenden Menschen verändert, wenn nicht sogar gerettet.“
„Das Werk hat komplett seine Bedeutung verloren“
Umso mehr ärgert sie, was danach folgte: Das Graffito wurde demontiert, versteigert und landete im Privatbesitz eines Milliardärs. Und in Port Talbot ist heute wieder eine weiße Garagenwand. „Damit hat dieses Werk komplett seinen Sinn und seine Bedeutung verloren. Das ist einfach nur traurig. Denn in Port Talbot vergisst die nächste Generation bereits wieder, was ein einzelner Straßenkünstler den Menschen dort geschenkt hat.“ Genau deshalb zeigt sie in ihrer Ausstellung die „Season’s Greetings“, um an diese Geschichte und ihre Botschaft zu erinnern.
In der Ukraine wurde das gerade noch verhindert. Dort sprüht Banksy im November 2022 seine Bilder ausschließlich an bombardierte Gebäude, etwa die letzte stehende Wand eines Kindergartens. Damit lenkte er ein Dreivierteljahr nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges den Blick erneut auf das Land, das vor einem harten Winter stand – und weckte natürlich auch neue Begehrlichkeiten. Jean berichtet von einer Gruppe aus Europa, die eines der Murals gerade fein säuberlich aus der Wand herausgelöst und auf einen Truck verladen hatte, „als in dieser gottverlassenen Gegend mitten im Kriegsgebiet die Polizei aufgetaucht ist“.
Denen eine Stimme geben, die keine haben
Gerufen hatten diese die armen, alten Bewohner*innen der bombardierten Häuser ringsum. „Die wussten vorher nicht einmal, wer Banksy überhaupt ist. Aber sie haben sich plötzlich gesehen gefühlt“, sagt Jean. „Und plötzlich hatten sie die Möglichkeit, ihre Geschichte zu erzählen, und waren für die Weltöffentlichkeit relevant. Das ist eben auch wieder das Schöne: Banksy schafft es, ohne dass wir ihm eine Stimme oder ein Gesicht zuordnen können, so vielen Leuten eine Stimme und ein Gesicht zu geben, die sonst einfach nicht gesehen und nicht gehört werden.“ Die Kuratorin, die Kopien dieser Ukraine-Bilder in Wien zeigt, schildert plastisch, wie die Leute vor Ort seither die übriggebliebenen Banksy-Graffiti bewachen: „Da sitzt eine Omi zwei Stunden lang davor auf einem Gartenstuhl und strickt, bis die nächste sie ablöst.“
Ein Hotel an der Mauer und ein Gruselpark als Statements
Banksy war nicht nur in der Ukraine, sondern auch in der Westbank. Dort hat er in Bethlehem, direkt an der israelischen Sperranlage, im März 2017 das „Wall Off Hotel“ als politisches Kunstprojekt eröffnet. Jedes der neun Zimmer sowie die Präsidentensuite hatten nur einen Ausblick: jenen auf die mehrere Meter hohe Mauer, die das Palästinenser*innengebiet von Israel trennt, mit nur 25 Minuten Sonnenlicht pro Tag. Es war nicht das erste Mal, dass er seine Spuren in Palästina hinterließ. Die ersten Banksy-Murals tauchten dort im Jahr 2005 auf.
Ebenso dürfte sein im Vorjahr an die Fassade des Londoner High Court gesprühtes Wandbild, das einen Richter zeigte, der auf einen Demonstranten einschlug, einen Bezug zu Palästina gehabt haben. Es wurde als Reaktion auf die Verhaftung Hunderter Demonstrant*innen der als terroristisch eingestuften Gruppe „Palestine Action“ interpretiert. Die gebürtige Britin Jean berührt dieses Mural ganz besonders, vor allem wegen der Art, wie es übermalt wurde. „Es konnte nämlich aufgrund der alten Bausubstanz nicht völlig überdeckt werden, sodass es als Schatten immer noch zu sehen ist. Das gibt dem Ganzen noch einmal eine besondere Botschaft.“ Aus Sicht der Behörden war dieser neue Sachschaden natürlich eine weitere Zeile in seinem Strafregister.
Mit dem „Wall Off Hotel“ in Bethlehem jedenfalls setzte Banksy das fort, was er zwei Jahre zuvor mit seinem „Dismaland“ im englischen Somerset auf die Spitze getrieben hatte: Für lediglich 36 Tage baute er dort einen kompletten Vergnügungspark auf – oder besser gesagt: die Dekonstruktion eines Vergnügungsparks à la Disneyland. Denn dieser „Bemusement“-Park war alles andere als vergnüglich. Namhafte Künstler*innen von Bill Barminski über Jenny Holzer bis Damien Hirst schufen gemeinsam mit Banksy eine verstörende Kulisse, in der sie sich an Themen wie Umweltverschmutzung, Tierversuchen oder der Flüchtlingskrise abarbeiteten. Nicht umsonst bedeutet „dismal“ auf Englisch „bedrückend, trostlos, düster“. Nach etwas mehr als einem Monat wurde alles wieder dem Erdboden gleichgemacht, mehrere Skulpturen wurden für wohltätige Zwecke versteigert, und Teile von „Dismaland“ spendete Banksy auch dem als „Dschungel von Calais“ bekannten Flüchtlingslager am Ärmelkanal, von dem aus viele die Überfahrt nach Großbritannien wagen.
Banksy schafft es, ohne dass wir ihm eine Stimme oder ein Gesicht zuordnen können, so vielen Leuten eine Stimme und ein Gesicht zu geben, die sonst einfach nicht gesehen und nicht gehört werden.
Der Elefant im Raum
Dieses und etliche weitere Beispiele für Banksys politisch aufgeladenes Schaffen zeigt die aktuelle Ausstellung in der Metastadt. Zum Beispiel eine Nachstellung seiner Aktion „The Elephant in the Room“ aus dem Jahr 2006. Damals tapezierte er eine ganze Halle in Los Angeles mit Siebdrucken für eine Ausstellung, die bloß drei Tage lang geöffnet war. Eingeladen waren ausschließlich Celebrities von Christina Aguilera über Angelina Jolie bis Keanu Reeves. „Und während sich die Stars dort amüsierten, gingen irgendwann die Vorhänge auf, und hereinspaziert kam ein echter, ausgewachsener Elefant, besprüht und bemalt im selben Stil wie die Tapete“, erzählt Jean. Ganz im Sinne des Spruches vom Elefanten im Raum wurden die prominenten Gäste aber instruiert, das Tier bloß nicht zu beachten, und offiziell war auch das Fotografieren verboten.
Natürlich hielten sich die Stars zwar an die erste Vorgabe, aber nicht an die zweite, „sodass grandiose Bilder entstanden sind“, so die Kuratorin, die davon ausgeht, dass die Botschaft dieser Aktion verstanden wird, auch wenn die Tierschutzorganisation PETA gegen Banksy klagte. Einerseits war es ein extrem erfolgreicher Marketing-Gag, weil spätestens danach die Tür in den höchstpreisigen Kunstmarkt weit aufgestoßen war.
Themen ansprechen, die sonst ignoriert werden
Andererseits drückte gerade diese Performance das aus, was Banksy laut Jean ein Anliegen ist: Er spricht Themen an, die sonst einfach ignoriert werden, und stößt die Gesellschaft, die lieber wegsieht, mit der Nase darauf. Siehe Port Talbot, siehe seine Serie von Bildern mit Schwimmwesten vor einer Meeresbrandung, siehe seine Palästina-Murals. Und er hat zum Beispiel auch eines der erfolgreichsten zivilen Seenotrettungsschiffe im Mittelmeer finanziert: die „Louise Michel“, die nach der gleichnamigen französischen Anarchistin benannt wurde.
Bleibt die Frage: Wie verdient der Künstler Geld für alle seine teuren Projekte, wenn er doch nichts an all den Wandbildern verdienen kann, die er aus der Anonymität heraus an fremden Häusern schafft? Nun, zum Beispiel verkauft Banksys Unternehmen Pest Control in seinem Auftrag Nachdrucke davon in limitierten Auflagen. Es ist also davon auszugehen, dass Banksy durchaus reich ist. Noch reicher werden durch seine Kunst freilich andere. So wie jene chinesische Sammlerin, die im Jahr 2018 sein eingangs erwähntes Bild „Girl with Balloon“ bei Sotheby’s um 860.000 Pfund (rund eine Million Euro) ersteigerte – nur um mitanzusehen, wie es sich gleich nach dem letzten Hammerschlag des Auktionators zur Hälfte selbst zerschredderte.
Manchmal klappt auch bei Banksy nicht alles
„Das war übrigens nicht so beabsichtigt“, erläutert Jean. „Es sollte sich eigentlich komplett selbst zerstören.“ Doch der im Rahmen verbaute Mechanismus, der das Bild in lauter dünne Streifen filetierte, gab auf halber Strecke auf. Nach einer ersten Schrecksekunde bekam die Dame das Angebot, vom Kauf zurückzutreten, weil das Bild ja nun zerstört sei. „Aber sie war natürlich nicht blöd und hat sofort die immense Wertsteigerung erkannt“, sagt Jean. Später verkaufte sie das Bild, das von Banksy in „Love is in the Bin“ – auf Deutsch: „Die Liebe ist im Eimer“ – umbenannt wurde, um 18 Millionen Pfund weiter. Doch zuvor ließ sie es zum Glück für Banksys Fans um die Welt touren.
Für Jean zeigt das Video von der Bildzerstörung, das in ihrer Ausstellung zu sehen ist, wie groß das Unternehmen Banksy tatsächlich ist: „Da gab es Eingeweihte bei Sotheby’s, die den Mechanismus im Rahmen bis zuletzt geheim gehalten haben. Es gab jemanden, der im richtigen Moment den Auslöser gedrückt hat. Und es gab mehrere Personen im Saal, die mit versteckten Kameras aus verschiedenen Blickwinkeln mitgefilmt haben.“
10-Pfund-Fälschungen, die 100.000 Pfund wert sind
Doch auch wenn Banksy nach seiner (halben oder vollständigen?) Enttarnung immer noch genügend Ressourcen hat, um weiterhin in der Anonymität zu agieren, so kann selbst er nicht alle seine Pläne umsetzen. Das zeigt ein Geldkoffer in der Metastadt, der mit (bewusst schlecht) gefälschten 10-Pfund-Banknoten gefüllt ist. Die wollte Banksy eigentlich vom Dach eines Londoner Wolkenkratzers regnen lassen. „Aber das hat er dann doch bleiben lassen, weil es ihm zu riskant war. Er wäre zu exponiert und die Gefahr einer Verhaftung zu groß gewesen“, erzählt Jean. „Und da reden wir nicht nur vom Delikt der Geldfälschung.“
Letztlich streute Banksy nur eine Handvoll Scheine bei Volksfesten aus. Wer sie auflas, hatte Glück. Denn ein solches Stück Papier, bedruckt von Banksy, hat heute einen Wert von 100.000 Pfund. Allerdings ist auch hier zu vermuten, dass sie letztlich nicht ihren weniger vermögenden Finder*innen das große Geld beschert haben, sondern dass sie findige Banksy-Vermarkter*innen noch reicher gemacht haben.
Banksy ist längst eine Ikone der Street-Art – und trotzdem weiß bis heute niemand mit letzter Sicherheit, wer hinter dem Pseudonym steckt. Seine Schablonenbilder sind politisch, provokant und oft schneller wieder verschwunden, als sie aufgetaucht sind. Die Ausstellung „House of Banksy“ holt rund 150 Motive und Installationen in die Wiener METAStadt und zeigt, warum der britische Künstler die Kunstwelt seit Jahrzehnten beschäftigt. Zu sehen ist die „Unauthorized Exhibition“ noch bis 28. Februar 2027.


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