
24. Juli 2026
Was wir diesen Sommer lesen
Der Sommer ist die Jahreszeit der langen Nachmittage, spontanen Ausflüge und der selten gewordenen Ruhe. Endlich bleibt Zeit für Bücher, die mehr wollen als bloß unterhalten. Bücher, die neue Perspektiven eröffnen, zum Nachdenken anregen oder einfach das Leben ein wenig schöner machen. Unsere Auswahl für den Sommer 2026 führt von großer Literatur über kluge Zukunftsfragen bis zu mediterraner Lebensfreude:
- Ben Lerner: „Transkription“ (Suhrkamp): Ein kaputtes Smartphone bringt alles ins Wanken: Eigentlich reist der Erzähler an die US-amerikanische Ostküste für das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas. Doch ohne Aufnahmegerät entwickelt sich daraus eine kluge und witzige Geschichte über Freundschaft, Vaterschaft und die Frage, wie sehr digitale Technologien unsere Erinnerungen und unser Selbstbild prägen.
- Martina Bogdahn: „Mirabellentage“ (Kiepenheuer & Witsch): Flirrende Sommerluft, der Duft reifer Mirabellen und die Frage, was ein erfülltes Leben ausmacht: Martina Bogdahn erzählt von Anna, deren Welt nach dem Tod des Ortspfarrers aus den Fugen gerät. Zwischen Abschied, Aufbruch und einer unerwarteten Reise ans Meer entdeckt sie, dass Freiheit manchmal näher liegt, als man denkt.
- Elfriede Jelinek: „Unter Tieren“ (Rowohlt): Was wäre, wenn Tiere auf die Welt der Menschen blicken könnten? In „Unter Tieren“ erzählt Elfriede Jelinek die Geschichte des Geldes aus ungewohnter Perspektive: Kühe, Schweine, Tauben und andere Tiere beobachten mit Sarkasmus, wie Gier, Macht und Korruption unsere Gesellschaft prägen. Ein sprachgewaltiger, bitterböser Text über Kapitalismus, menschliche Abgründe und eine Welt, die aus dem Gleichgewicht geraten ist.
- Florence Gaub: „Szenario. Die Zukunft steht auf dem Spiel“ (dtv): Die Zukunft ist kein fertiger Plan, sondern ein Raum voller Möglichkeiten. Florence Gaub zeigt, wie politische Entscheidungen entstehen und warum der Blick nach vorne mehr braucht als Prognosen: nämlich Vorstellungskraft, Wissen und die Fähigkeit, verschiedene Entwicklungen mitzudenken.
- Emanuela Cino: „Sommer satt“ (Knesebeck): Ein Buch wie ein Sommertag: warme Luft, kalte Getränke und der Duft nach frischen Kräutern. Emanuela Cino versammelt 70 unkomplizierte Rezepte für heiße Tage – von leichten Salaten und schnellen Gerichten zum Teilen bis zu mediterranen Grillideen und erfrischenden Desserts. Dazu kommen Playlists, Buchempfehlungen und sommerliche Inspirationen für lange Abende.
- Jaqueline Scheiber: „Schwimmen / Schweben“ (Leykam): Manchmal beginnt eine Veränderung mit einem Sprung ins kalte Wasser. Jaqueline Scheiber erzählt in ihrem Essay von ihrer eigenen Annäherung an das Schwimmen – einer Welt, die ihr lange fremd war und schließlich zu einem Ort von Freiheit und Ruhe wurde. Zwischen Familiengeschichte, Körpergefühl und gesellschaftlichen Fragen zeigt sie, welche Kraft im Wasser steckt. Eine poetische Liebeserklärung an Bewegung, Mut und die Fähigkeit, neue Wege zu finden.
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