
„Social Prescribing“ bei Stress und Einsamkeit
Was hilft, wenn hinter Schlafproblemen oder Erschöpfung nicht nur eine Krankheit steckt, sondern Einsamkeit, Stress oder generelle Überforderung? „Social Prescribing“ setzt genau dort an. Das Konzept stammt ursprünglich aus England und verbindet medizinische Versorgung mit sozialen Angeboten: Die Betroffenen werden zum Beispiel an Sportgruppen, Kochkurse, Selbsthilfegruppen oder Schuldner*innenberatungen vermittelt. Speziell geschulte Fachkräfte suchen gemeinsam mit ihnen nach passenden Angeboten – freiwillig, vertraulich und abgestimmt auf die Lebenssituation.
Wie das konkret aussieht, zeigt das Primärversorgungszentrum St. Pölten Nord mit einem Denk-Café für Senioren und einer Gesundheitssprechstunde und das Landesklinikum Zwettl mit dem Angebot von Community Nursing. In Österreich wird „Social Prescribing“ seit 2021 intensiv erforscht. Im Förderzeitraum 2023 bis 2025 waren 15 Einrichtungen aus sechs Bundesländern beteiligt. Laut Gesundheit Österreich würden 93 Prozent der befragten Teilnehmenden das Angebot weiterempfehlen; rund 85 Prozent von mehr als 1.200 betreuten Personen konnten an passende Hilfsangebote vermittelt werden. Seit 2026 läuft ein weiterer Fördercall, derzeit werden österreichweit 40 Einrichtungen gefördert. Flächendeckend verfügbar ist das Angebot allerdings noch nicht.
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